Vereinshistorie

Die Anfänge und erste Wettbewerbserfolge

Im Jahre 1936 fing es an. Der erste Flugbetrieb auf Ebersbacher Boden begann im Gewann „Gentenried“ mit einem Gleitflugzeug vom Typ „Zögling“. Ein loser Verband von Flugidealisten tat sich unter der Führung- von Alt-Traubenwirt Christian Herrmann zusammen, um Flugzeuge zu bauen und den alten Traum der Menschheit, fliegen zu können, wahr zu machen. Auch Erwin Christadler, Karl Merkel und Eugen Weida gehörten dieser Gruppe an.

Dem politischen Druck folgend, mußte sich diese Gruppe 1937 /38 dem Göppin­ger NSFK-Sturm anschließen. In dieser Zeit stieß Rudolf Haisch sen. zur Ebersbacher Gruppe.

Der Flugbetrieb fand zu dieser Zeit am Stuifen und an der Teck statt. Mit Gummiseilen wurden die Segelflugzeuge in die Luft katapultiert. Zwei hielten das Schwanzende des Segelflugzeuges fest, während die anderen Fliegerkamera­den im Spurt das Gummiseil anspannten: „Fertig – Laufen – Los!“. Sobald die Seilspannung groß genug war, ließen diejenigen, die das Segelflugzeug am Seitenleitwerk festhielten, auf Kommando los und der Gleiter segelte den Hang hinab.

Mehrere A-, B-, und C-Prüfungen wurden damals abgelegt. Die A-Prüfung bestand damals aus einem gelungenen Geradeausflug, die B-Prüfung verlangte fünf Flüge mit mindestens je einer Minute und einer S-Kurve, die C-Prüfung erforderte einen Flug von immerhin 5 Minuten über Starthöhe mit einer Lan­dung in der Nähe des Startplatzes.

Erwin Christadler war als Werkstattleiter in dieser Zeit tragende Stütze.

Mit dem verlorenen Krieg kam auch das Ende der damaligen Fliegergruppe, je­gliche Art von Luftfahrt wurde den Deutschen verboten. Unter Einsatz ihres Lebens gelang es den Brüdern Ernst und Adolf Schindele jedoch, zwei Flugzeu­ge vom Typ „Grunau- Baby IIb“ vor den einmarschierenden Besatzungsmächten in Sicherheit zu bringen. Dank dieser Aktion war es möglich, nur fünf Jahre später mit der Fliegerei in Ebersbach wieder zu beginnen.

1949 wurde eines der in Jebenhausen versteckten Segelflugzeuge von Ernst Schindele, Rudolf Haisch sen., Hans Buchele, Willi Höfer sen. und Otto Draxler nach Ebersbach geholt, das zweite Flugzeug überließen sie als Bezahlung für das Versteck den Göppinger Fliegern.

Am 2. September 1950 dann war der Segelflugpionier Wolf Hirth mit einer ein­drucksvollen Rede vor dem Gashaus „Zum Lamm“ der zündende Funke zur Gründung des heutigen Sportfliegerclubs, damals noch unter dem Namen Flie­gergruppe Ebersbach-Uhingen.

Die Ebersbacher Gründungsmitglieder waren:

Gustaf Beinhof, Christian Biser, Erwin Christadler, Otto Draxler, Walter Fi­scher, Alfred Fritz, Dieter Halsch, Rudolf Haisch sen., Rudolf Haisch jun., Rolf Nädelin, Adolf Schindele, Ernst Schindele, Reinholf Schmid, Eugen Vetter und Ernst Welfer.

Zum ersten Vorsitzenden wählte die neugegründete Fliegergruppe Gustaf Bein­hof.

1951 schon wurde Rudolf Haisch sen. zum Nachfolger von Gustaf Beinhof ge­wählt.

Am 17. November desselben Jahres taufte Ministerialrat Dr. Seifriz das gerette „Grunau-Baby“ auf den Namen „Sonnenwirtle“, nachdem es in Hans Bucheles Werkstatt überholt worden war.

Der Rosswälder Landwirt Eugen Keil und das Innenministerium machten es 1952 möglich: Die Ebersbacher Fliegergruppe durfte in Rosswälden eine Landeplatz betreiben.

Dazu wurde eine zweites Flugzeug vom Typ „SG 38“ (SG=Schulgleiter) ange­schafft und auf den Namen „Filseck“ getauft. Die Flieger verlegten ihre Werk­statt in die ehemalige Zimmerei Höfer an der Stuttgarter Straße. Doch diese Werkstatt konnte nur kurz benutzt werden, noch im selben Jahr mußte der Verein in ein Gebäude im Bachtal umziehen.

Im Frühjahr 1953 begannen die Flieger dann, eine eigene Werkstatt mit Flughal­le am heutigen Standort des SFC-Clubheims in der Hans-Zinser-StraBe zu bauen. Noch im selben Jahr, nämlich am 8. November, konnte diese Halle feierlich eingeweiht werden. Das Fluggelände in Roßwälden genügte den steigenden Anforderungen schon nicht mehr und wurde wieder aufgegeben. Die Flieger vagabundierten als Gäste von Flugplatz zu Flugplatz. Beliebteste Plätze waren das Lindenfeld, der Messelberg, der Homberg, die Teck und das Ber­ neck. In diesem Jahr begannen die Sportflieger, ein eigenes doppelsitziges Segelflugzeug vom Typ „Rhönlerche“ zu bauen.

Nach dreijähriger Bauzeit war die Rhönlerche 1956 fertiggebaut und wurde aufden Namen „Gemeinde Ebersbach“ getauft. Dieses Flugzeug schaffte die Vor­aussetzung für eine umfassendere und schnellere Fliegerschulung. Die Gast­schulflüge auf doppelsitzigen Fremdflugzeugen der Spaichinger und Backnanger Fliegergruppe waren nicht mehr nötig.

Um auch beim Start nicht mehr von anderen Gruppen abhängig zu sein, bauten die Flieger auch eine eigene Startwinde.

Im Herbst beschlossen die Fliegerfreunde, ein weiteres Segelflugzeug, den „L­-Spatz 55“, zu bauen. Zur Finanzierung beschlossen sie, eine Altmaterialsamm­lung durchzuführen, bei Firmen nach Heimarbeit nachzufragen (der SFC fertigt seit damals bis heute für Firmen kleinere Produkte}, und in einer einmaligen Aktion Blut zu spenden {!!}.

Weniger als ein Jahr später konnte dieses Flugzeug auf den Namen „Bambi“ getauft werden. Eine besonderen sportlichen Erfolg stellten die Modellflieger im SFC: Volker Meyer-Detring wurde 1957 Deutscher Meister in der Wake­field- Klasse.

1958 konnte der Sportfliegerclub auf dem Segelfluggelände Hahnweide bei Kirchheim unterkommen, wo der SFC bis heute fliegt. Oskar Haug übernahm die Führung des Vereins, Rudolf Haisch sen. wurde in Anerkennung seiner Verdienste für den Flugsport zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Rudolf Halsch jun. wurde 2. Vorsitzender und Ausbildungsleiter. Otto Draxler übernahm die sehr erfolgreiche Modellflugabteilung des Vereins und führte diese Gruppe zu internationalen Erfolgen.

Die sechziger Jahre – Modernisierung und Wandel zum Leistungssport

Anfang der sechziger Jahre bauten die Sportflieger ihre Flugzeuge erstmalig nicht mehr selber, 1961 kauften sie sich einen zu dieser Zeit modernen Doppel­sitzer vom Typ „Bergfalke 3“. Damals hatte der Flugsport eine unglaublich rasante Entwicklung genommen. Die Thermik als Auftrieb war Jahre zuvor schon entdeckt worden und es wurde gelernt, sie auszunutzen; größere Über­landflüge wurden dadurch möglich, auch der SFC Ebersbach trieb mit seinen aktiven Piloten diese Entwicklung mit voran.

Bereits 1962 gelang es den Fliegern Haug, Haisch jun. und Höfer, die Bedingun­gen für das Leistungsabzeichen „Silber C“ zu erfüllen.

Die Modernisierung der Luftfahrt und des Vereins kam schnell voran: 1963 kam das erste Motorflugzeug vom Typ „Klemm 107“ in den Verein. Im selben Jahr konnten gleich drei Segelflugzeug_e getauft werden, gleichzeitig wurden sämtli­che Flugzeuge des Vereins mit Funk ausgerüstet.

1964 holten Oskar Haug und Siegfried Höfer bei Höhenflügen im französischen Segelflugzentrum Fayence mit über 5000 m-Startüberhöhung die ersten Höhen­diamanten in den Verein.

Oskar .Haug nahm 1965 als erstes Vereinsmitglied an der Landesmeisterschaft erfolgreich teil. Gleichfalls erfolgte eine erste Teilnahme eines Ebersbacher Fliegers als Mannschaftsmitglied bei der Segelflugweltmeisterschaft in England.

1966 nahm Oskar Haug für den SFC bei den nationalen Meisterschaften in Süd­afrika teil und erflog dabei zwei weitere Diamanten. Rudolf Haisch sen. wurde vom BWLV für besondere Verdienste um den Luftsport mit der Silbernen Eh­rennadel ausgezeichnet.

Als Vize-Teamchef der deutschen Nationalmannschaft nahm Oskar Haug 1968 an der Weltmeisterschaft in Lezno/Polen teil. Auch er erhielt für seine Ver­dienste um den Luftsport vom Baden- Württembergischen Luftsportverband die Silberne Ehrennadel.

1969 wurde ein weiteres Hochleistungssegelflugzeug, die „Ka 6E“, gekauft. Im selben Jahr gewann Rudolf Haisch jun. den Internationalen Hahnweidewettbe­werb in der Juniorenklasse.

Die siebziger Jahre – Neue Bauweisen revolutionieren den Flugsport: Der SFC wird einer der erfolgreichsten Fliegerclubs

Anläßlich der 800-Jahr-Feier der Gemeinde Ebersbach fand 1970 die Taufe der Holzflugzeuge „Ka 6E“ auf den Namen „Fritz Haefele“ und der „ASK 13″ auf den Namen „Ebersbach“ statt.

1972 übernahm Rudolf Haisch jun. die Vereinsleitung, Oskar Haug wurde zum zweiten Ehrenvorsitzenden ernannt. Im selben Jahr hat leider ein Flugunfall mit der Motormaschine „Morane“ den Verein finanziell fast an die Grenze der Lei­stungsfähigkeit gebracht.

1973 erwarb der Verein ein weiteres Segelflugzeug. Einen besonderen flugsport­lichen Erfolg erzielte die Mannschaft Höfer/Kerres: sie errangen den 1. Platz in der Doppelsitzerklasse beim Internationalen Hahnweidewettbewerb.

Im Jahre 1974 kaufte der Club sein erstes GfK-Hochleistungssegelflugzeug vom Typ „ASW 15″, das Bürgermeister Egeler auf den Namen „Sonnenwirtle“ taufte. Die Glasfaser-Kunststoff-Bauweise revolutionierten den Segelflugsport: die glatte Oberfläche reduziert den Luftwiderstand erheblich, was sich vor allem beim Gleiten und Streckenfliegen bemerkbar macht und ist langlebiger als die Holzkonstruktionen.

Im Jahre des 25. Jubiläums, 1975, wechselte die Vereinsleitung: Siegfried Höfer wurde erster Vorsitzender, der Sulpacher Gunter Stark zweiter Vorstand. An­läßlich eines Deutschlandbesuches wurde das Gründungsmitlied Ernst Schindele für seine außergewöhnliche Verdienste für den Sportfliegerclub mit der Golde­nen Vereinsnadel geehrt.

Mit ihren 500 km-Ziel-Rückflügen stiegen Gunter Stark und Siegfried Kerres m den Drei-Diamanten-Club auf. Dadurch waren sieben Piloten des Vereins bei der FAI mit drei Diamanten vertreten. Günther Cichon gewann den Deutschen Segelflugwettbewerb in der Offenen Klasse. Beim Hahnweidewettbewerb erflog sich die Mannschaft Siegfried und Ingrid Kerres und Franz Stöber auf der „ASK 13“ einen hervorragenden 2. Platz in der Doppelsitzerklasse.

Im September führten die Sportflieger eine Jubiläumsveranstaltung bei ihrem Clubheim an der Hans-Zinser-Stras:se durch, bei der Segelflugzeuge ausgestellt, Fallschirmspringer abgesetzt wurden und ein Hubschrauber Rundflüge durch­führte. BM Egeler hielt die Festrede.

Das Jahr 1976 war geprägt durch einige größere Streckenflüge vor allem von Rolf Ross und Dieter Brehm {Flüge über 500 km} und der weiteren Modernisie­rung der Flugzeugflotte des Sportfliegerclubs. Die alte „Moräne“ D-EISO wurde durch eine neue 180 PS-„Morane“, die D-EFDC, ersetzt., die „ASW 15“ wurde verkauft und ein fabrikneuer „ASTIR CS“, die D-7406, erworben, dessen Anhän­ger unter der Leitung von W. Buchele m Rekordzeit in dessen Werkstatt selbst erbaut wurde.

Ein weiterer Leistungs- und Modernisierungsschub setzte 1977 ein, Der Verein erwarb einen „Club-Ast.Ir“. Neue Flugzeuge der Renn- und der Offenen Klasse wurden von Vereinsmitgliedern gekauft: eine „ASW 20″, ein „Mini-Nimbus“ und ein „Nimbus 26“. Mehrere Flüge über 500 km gelangen den Leistungsträgern des Vereins und die Mannschaft Michael Schneider, Rolf Ross und Gunter Stark erreichte bei den dezentralen Deutschen Segelflugmeisterschaften einen hervor­ragenden 4. Platz. Die Attraktivität und Anziehungskraft des Sportfliegerclubs bestätigte der Aufnahmeantrag des damals national als Weltraumaspirant be­kanntgewordenen Ulf Merbold.

Auch eine Fliegerin des Vereins machte auf sich aufmerksam. Die damals 19-jährige Ingrid Kerres gehörte zu den ganz wenigen Pilotinnen weltweit, die das Gold-C mit Diamanten besaßen.

Aber auch die Piloten Wolfgang Kammerer und Dieter Brehm waren sehr erfol­greich. Sie errangen beim Südwestdeutschen Rundflug mit der Motonnaschine den zweiten Platz.

Auch in der Ausbildung brach nun ein neues Zeitalter an. Von der Schulung auf Holzflugzeugen ging der Verein 1978 auf Glasfaserkunststoffschulung über. Schon kurz nach dem Kauf des neuen Doppelsitzers „TWIN-ASTIR“ bewiesen die Piloten Reinhold Herzog und Rolf Ross, was sowohl sie als auch der neue Schulungsdoppelsitzer zu leisten imstande war: sie belegten beim Internationa­len Hahnweidewettbewerb den 3. Platz in der Doppelsitzerklasse.

Doch auch mit den Einsitzern wurden hervorragende Strecken geflogen: die Pi­loten Siegfried Höfer, Franz Stöber, Reinhold Herzog, Gunter Stark und Rolf Ross flogen allesamt Strecken über 450 km. Vor allem Stark und Ross waren sehr erfolgreich: Ersterer flog eine Dreieck.sstrecke von mehr als 650 km, Ross sogar über 700 km weit.

1979 bestätigte der Hahnweidewettbewerb wieder einmal das Gerücht, daß wäh­rend seiner Ausführung die Bauern der Umgebung beruhigt in Urlaub fahren können, denn bei Sauwetter können die Landwirte nicht aufs Feld.

Trotz dem schlechten Wetter kamen einige wenige Wertungstage zusammen. Vor allem Gunter Stark und Michael Schneider waren damals sehr erfolgreich, sie belegten in der Rennklasse den vierten und fünften Platz.

Auf einer feierlichen Verantstaltung taufte BM Egeler den „TWIN-ASTIR“ auf den Namen „Stadt Ebersbach“.

Die achtziger Jahre – Das überschattete Jahrzehnt höchster sportlicher Erfolge

Das Jahr 1980 war wieder sehr ereignisreich. Die Städtepartnerschaft mit Bo­urg-les- Valence wurde eingegangen, an der der Sportfliegerclub einen nicht unerheblichen Anteil hatte. Im Frühjahr waren Vertreter des SFC im Sport- und Kulturausschuß zusammen mit den Gemeindevertretern nach Südfrankreich gefahren, um die „[urnelage“ mit vorzubereiten. Im Sommer wollten Dieter Brehm, Siegfried Höfer, Wolfram Bogner und Michael Schneider mit dem Dop­pelsitzer im Flug, gefolgt von einem Wohnmobil mit Segelflugzeuganhänger die neue Partnergemeinde besuchen. Diese neuentdeckte Art des Wandersegel­fluges stellte dann auch ein begeisterndes Abenteuer dar, wenn auch die ge­plante Landung in Bourg-les-Valence aus Wettergründen nicht erfolgen konnte. In der Presse und in der Öffentlichkeit hatte dieser Flug ein großes Echo gefunden.

Der Hahnweidewettbewerb machte seinem Ruf wieder alle Ehre. Die Landwirte, die in Urlaub fuhren, hatten nichts versäumt. Es regnete jeden Tag, nicht ein einziger Wertungstag fand statt.

Rolf Ross vertrat 1980 den SFC als Teilnehmer der Internationalen und Italieni­schen Segelflugmeisterschaften in Rieti.

Nachdem die Sportflieger in früheren Jahren im Sommer in den deutschen und österreichischen Alpen zusammen in den Fliegerurlaub gefahren waren, flogen sie 1980 erstmals vom südfranzösischen Gap aus, was sie bis heute noch tun. Dort können in den hohen Alpen große und hohe Flüge in phantastischer Um­gebung durchgeführt werden. Vor allem bei starkem Nordwind, dem Mistral, stiegen die Piloten, auch in den späteren Jahren, bei Wellenflügen bis über 9000 m, was. natürlich nur mit Sauerstoff und warmer Kleidung möglich ist, denn da oben können leicht Temperaturen von unter minus 20 Grad erreicht werden.

Dem großen Interesse der Vereinspiloten an der Überlandfliegerei trug die Vorstandschaft Anfang des Jahres 1981 Rechnung; das Schulungsflugzeug „Club­ Astir“ wurde zugunsten eines neuerworbenen Leistungseinsitzers „St. Ctrrus“, der 2E. veräußert. Die Modernisierungswelle setzte sich fort: zwei weitere Streckenflugzeuge wurden von Vereinspiloten gekauft, der „Ventus“ 4E und die ASW 20L, die JE.

Fliegerische Höhepunkte waren neben dem Flugurlaub im südfranzösischen Gap der zweite Platz von Siegfried Kerres und Michael Schneider beim Hahnweide­wettbewerb auf ihrem „Nimbus“ und der fünfte Rang von Rolf Ross in der Rennklasse. Bei den dezentralen Deutschen Meisterschaften im Streckensegel­flug belegten Michael Schneider und Dieter Brehm den siebten und 15. Platz. Neben weiteren sportlichen Erfolgen war 1982 der Beginn einer Serie von Un­glücksfällen, die die Grundfesten des Sportfliegerclubs bis heute erschüttern:

Im September verunglückte der langjährige Fluglehrer Johannes Schindler töd­lich bei einem Start auf dem Flugplatz Nortel.

Auch die Flugsaison 1983 begann mit großen sportlichen Erfolgen:

Der Nachwuchspilot Udo Höfer konnte beim 18. Hahnweidewettbewerb mit ei­nem Tagessieg auf sich aufmerksam machen und belegte beim Oberschwäbi­schen Segelflugwettbewerb einen hervorragenden 6. Platz. Der ebenfalls junge Pilot Thomas Mayer ließ bei den Landesmeisterschaften des BWL V in Aalen­Elchingen mit einem zweiten Tagessieg und dem 9. Gesamtplatz aufhorchen. In der Rennklasse erflog Rolf Ross einen Tagessieg und belegte in der Gesamt­wertung einen Mittelplatz. Der selbe Pilot vertrat den SFC wieder beim Inter­nationalen Segelflugwettbewerb im italienischen Rieti.

Beim Hornbergwettbewerb wurde Thomas Mayer in der Allg. Junioren-Klasse erster Sieger und die Mannschaft Michael Schneider/Thomas Mayer/Siegfried Höfer belegte den vierten Rang.

Dieses positive sportliche Jahresergebnis wurde überschattet durch zwei weitere Flugunfälle, bei denen die Fliegerkameraden Dieter Brehm und Frank Arnholdt ihr Leben ließen.

Durch den Schock der Flugunfälle des vergangenen Jahres organisierte der Ver­ein Anfang 1984 ein Segelflug-Sicherheits-Seminar in Ebersbach, zu dem meh­rere hundert Teilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik anreisten. Sicher­heitsfragen bei Wettbewerben, beim Pulkfliegen und bei der gemeinsamen Luft­raumbenutzung von Sport- und Militärflugzeuge wurde mit sachkundigen Re­ferenten diskutiert. Eine Diskussion über die Verbesserung der technischen Notausstiegs- und anderer Sicherheitsmöglichkeiten und den sinnvollen und richtigen Einsatz von Fallschirmen wurde angeregt. In den späteren Jahren zeigte sich, das der von diesem Seminar ausgehende und angeregte Diskussion­sprozeß bei Herstellern und Piloten Früchte trug.

Das sportliche Leben und die Modernisierung der Luftflotte ging weiter, trotz der Lücken, die die Verunglückten hinterließen:  Bei den Deutschen Segelflug­meisterschaften in Aalen-Elchingen nahm Michael Schneider teil, auf dem Hahnweide-Wettbewerb Siegfried Höfer, Klaus Triebe!, Gunter Stark und Sieg­fried Kerres.

Rolf Ross flog bei den Bayerischen Meisterschaften in Kulmbach mit. Thomas Mayer erflog sich beim baden-württembergischen Juniorenwettbewerb einen be­ achtlichen 2. Platz.

Der alternde „St. Cirrus“ 2E wurde verkauft und ein neuer „Discus“, ein Hoch­leistungssegelflugzeug der Standardklasse, bestellt. Die schon etwas betagte Schleppmaschine „Morane“ DC wurde gegen eine fabrikneue „Robin Remorguer DR 180“, die D-EHDR eingetauscht.

Ein weiterer Höhepunkt dieses Jahres war der fast schon obligatorische Gap-­Urlaub.

Ein fliegerisch gutes Jahr stellte auch 1985 dar.

Für 15-jährige Mitgliedschaft wurden Manfred Clement und Franz Stöber und für 20-jährige Mitgliedschaft Gunter Stark, für seinen besonderen Einsatz für den Flugsport wurde Werkstattleiter Werner Nitzsche geehrt.

Die Leistungsaktivitäten wurden Mitte der achtziger Jahre immer mehr in die Alpen verlegt: Thomas Mayer nahm 1986 an einem Trainingslager der Landes­mannschaft im südfranzösischen Vinon teil, mehrere Fluglager in nordwestita­lienischen Aosta, im österreichischen Lienz und in St. Johann, die Teilnahme Michael Schneiders bei den Motorsegler-Europameisterschaften in Zell am See, bei denen er einen ausgezeichneten 4. Siegerplatz errang, sein Wandersegelflug ins französische Chambery und nach Fayence und ein sensationeller Rückflug von Fayence bis zur Hahnweide ohne eine einzige Zwischenlandung zeugen von dieser Entwicklung. Ein Promoter dieser Alpenfliegerei war und ist der alte Hase in Sachen Fliegerei in den Bergen Paul Groß.

Durch den Kauf des Leistungs-Einsitzers „Discus“ 5E, den Vereinsmitglied Ek­kehard Hees als Mitarbeiter der Firma Schernpp-Hirth-Flugzeugbau zu großen Teilen selbst gebaut hatte, erfuhren die fliegerischen Aktivitäten im Verein einen großen Aufschwung: einigen Vereinspiloten gelang der Durchbruch zur Streckenfliegerei: Jörg Mayer und Günther Schwarzbich flogen 521 und 508 km weit. Siegfried Höfer flog auf seinem „Ventus“ mehr als 600 km, Thomas May­er auf dem vereinseigenen „Cirrus“ CI 598 km und Gunter Stark auf seiner

„ASW 20“ 590 km. Sie erflogen sich dadurch gute und sehr gute Plätze bei den dezentralen Deutschen Meisterschaften für den Streckensegelflug. Thomas Ma­yer wurde 3. Deutscher Meister in der Clubklasse der Junioren, Jörg Mayer wurde 8. in der baden-württembergischen Wertung der DMSt in der Junioren-Standardklasse.

Der Drang in die Berge hielt an. Gap als Sommerfluglager hatte sich fest eta­bliert, Zentralspanien wurde von Fluglehrer Thomas Mayer 1987 in einer drei­monatigen Fluglehrertätigkeit für die nordrhein-westfälische Segelflugschule Oerlinghausen, die in Fuentemilanos einen Flugplatz betreibt, getestet. Dort bildete er unter anderem zusammen mit dem mehrmaligen Weltmeister, dem Deutsch-Australier Ingo Renner, Piloten aus aller Welt für den Streckensegel­flug aus.

Die fünf aktivsten Piloten auf den clubeigenen Maschinen, Günter Schwarzbich, Thomas Mayer, Werner Hiemer, Ekkehard Hees und Jörg Mayer haben im Rah­men der Deutschen Strecken-Meisterschaft insgesamt 4.976 km als anerkannte Flüge geflogen. Einige Piloten des SFC nahmen wieder beim Internationalen Hahnweide-Wettbewerb teil, bei dem vor allem die Mannschaft Claus Triebel / Udo Höfer mit einem dritten Rang in der Rennklasse auf sich aufmerksam machte.

Den größten Flug gelang Thomas Mayer in Spanien mit 621 km. Dieses Jahr war für ihn und für den Verein besonders erfolgreich: er wurde Deutscher Meister in der Junioren-Clubklasse.

Die Absicht, in der Ausstattung des Flugzeugparks national und international keinen Vergleich scheuen zu müssen, trug in der 88er-Saison wieder einmal Früchte: durch die Diskussion über die angeblichen Steuervergünstigungen für Privatpi­loten und die allgemeine Umweltsituation veranlaßt, beschloß der Verein, sei­nen Beitrag zum Umweltschutz durch den Kauf eines umweltfreundlicheren Schleppflugzeuges, der „Porsche-Jodel“ EF, unter großem finanziellen Aufwand und einer sehr großzügigen Spende zu leisten; gleichzeitig wurde eine Superorchidee, d.h. eines der besten Segel­ flugzeuge der Welt, der „Nimbus 3 D“ mit eigenstartfähigen Motor gekauft, mit dem noch größere Flüge möglich wurden, wie eine Reihe von Piloten im spanischen Fuentemilanos bewiesen, wo auch Fluglehrer Thomas Mayer wieder für drei Monate Fluglehrer war. Es dürfte weltweit nur sehr wenige Vereine gegeben haben, die einen vergleichbaren Flugzeugpark aufzuweisen hatten.

Den größten Flug gelang aber dem Sulpacher Gunter Stark, der mit seiner“ASW 20″ ein FAI-Dreieck von über 650 km umrundete. Nur sieben Piloten flogen in anerkannten Flügen fast 6000 km weit. Alle Piloten, die drei erfolgrei­ che Flüge vollendeten, gelangten bei den Deutschen Meisterschaften in den einzelnen Klassen unter die ersten zehn Plätze. Beim Hornbergpreis belegten alle Plätze unter den ersten drei. Vor allem Günther Schwarzbich trieb die Streckenfliegerei bei den Piloten voran, die auf Vereinsflugzeugen flogen.

1989 läutete Veränderungen in den Interessen der Vereinspiloten ein:

Durch den Weggang von Günther Schwarzbich und die Ausbildungsbelastungen anderer bisheriger Leistungsträger der Clubpiloten schlief die Überlandfliegerei der Nichtprivatpiloten ein. Der „Cirrus“ CI wurde wegen zu geringer Auslastung verkauft. Die Fliegerei konzentrierte sich sehr auf die Alpen: im März Wellen­segelfliegen in Aosta, über Ostern in Lienz, im Juli/ August in Gap. Dazwischen lag der Hahnweidewettbewerb, bei dem wieder eine Reihe von Piloten teilnah­men.

Auch der Wandersegelflug wurde forciert: Udo Höfer und Michael Schneider flogen im „Nimbus 3D“ zusammen mit sieben weiteren Piloten von der Hahn.­weide quer durch Europa bis nach Zentralspanien und wieder zurück. Dabei streiften sie die Alpen und überquerten zweimal die Pyrenäen, nur mit dem nötigsten Gepäck. Ein einmaliges Ereignis.

Auch einige Motorpiloten flogen internationale Flugrouten von der Hahn.weide aus nach Südwesten über die französische Schweiz, nach Italien, Jugoslawien und zurück über Österreich. Auch das Jubiläumsjahr stand im Zeichen größerer Veränderungen:

Nachfolger von Michael Schneider als 2. Vorstand wurde Jens Langbein und die Ausbildungsleitertätigkeit übernahm Thomas Mayer.

15. August 1990 anlässlich des 40-jährigen Vereinsbestehens.

Jörg Mayer, Pressereferent

… mit Freunden fliegen :-)